06. November 2020
Klaus Künhaupt zu einem aktuellen Thema:

Luther über Corona


Martin Luther hat zur Corona Krise erstaunlich aktuelles zu sagen. Die Frage ist aber dennoch, wie man es umsetzt.

Als 1527 die Pest in Wittenberg ausbrach, schreib er:

„Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde.
Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.“
(Quelle: Luthers Werke, Band 5, Seite 334f)

Krass, wie gut das passt zu uns heute, oder? 
Es gilt nun nur noch herauszufinden, wo ich mich aus Vorsicht zurück halte und wo ich für meinen Nächsten da sein muss. Es ist darum eben nicht richtig, vorsichtshalber gar nichts mehr zu machen. Sterbende begleiten, Einsame trösten, Selbsthilfegruppen für Suchtkranke, gemeinsames Lernen für Schüler und Studierende, das sind Dienste am Nächsten. Da muss man abwägen. „mach vorsichtshalber gar nichts“ ist genau so falsch wie Fahrlässigkeit. Wie immer im Leben gilt des den schweren Balanceakt zwischen den Extremen zu bestehen.





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