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Das Erdbeben in Chile traf die Menschen vollkommen überraschend. Zwar wissen die Menschen schon seit langem, dass sie in einem gefährdeten Gebiet leben, doch dass es sie mit dieser Härte treffen könnte, davon ist auch Enno Haaks schockiert. Jahrelang hat er als Pfarrer in Chile gearbeitet und die deutschsprachige Gemeinde in der Hafenstadt Concepción betreut. Nun ist er Leiter des Gustav-Adolf-Werkes, einer Organisation, die sich weltweit beim Aufbau und der Betreuung christlicher Gemeinde engagiert:
„Das Problem in Concepción ist ein Riesenchaos, Plünderungen. Das haben Sie sicherlich auch gesehen im Fernsehen. Eine große instabile Situation. Wir haben kaum Informationen aus Concepción und der Umgebung, weil die Kommunikation abgebrochen ist. Es kommt keiner heraus. Ich habe xmal versucht, alle zu erreichen, über Stunden lang."
Natürlich sorgt sich Pfarrer Haaks besonders um die Menschen in den kirchlichen Projekten:
„Die große deutsch-chilenische Gemeinde hat drei Sozialprojekte: Eine Schule, einen Kindergarten und ein Frauenhaus an drei verschiedenen Orten. In diesen Kindergarten, den sie am Stadtrand haben, hinter der Universität, in Concepción, das ist so in einen Hügel hinein gebaut, das im Grunde klar ist, dass, wenn die Erde in Bewegung kommt, werden die Leute in diesem Armenviertel zu Schaden kommen." 2
Aber nicht nur das:
„Wenn das Meer auf diese Hafenstadt zukommt, ist es klar, dass der Tsunami diese Stadt überspült. Sie haben Schiffe in den Straßen sehen können, im Internet. Und genau dort, in der Höhe des Meeresspiegel, dort wo diese Schiffe lagen, genau dort ist eine Kirchengemeinde mit Kindergarten - ein kleiner Kirchraum, mit vier Kindergartenräumen angeschlossen. Dass dieser Raum Schaden genommen hat, ist für mich vollkommen logisch."
Aber auch der Rest des Landes wird auf lange Sicht, mit den Folgen des verheerenden Erdbebens zu kämpfen haben.
„Dieses Riesenland, das von Nord nach Süd geht, hat eine lange Verkehrsader, das ist die Panamericana. Sie verbindet das Land. Und da sind jetzt Brücken kaputt. Also, das Land ist abgetrennt und man kann eigentlich nur noch mit Hubschrauber oder Flugzeugen die Grenzen überwinden oder lange Umwege in Kauf nehmen, dann über Küstenstraßen, die irgendwie ... und das ist mühsam ohne Ende."
Wer sich informieren möchte über die Situation vor Ort und welche Hilfswerke wie tätig sind, kann dies im Internet unter www.evangelischimsaarland.de .
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Diesen Radiobeitrag können Sie am Freitag, 5. März, um 11.40 Uhr auf Radio Salü hören, danach als podcast hier!
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Internetinfos:
http://www.gustav-adolf-werk.de/
http://www.kindernothilfe.de/
http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681043,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Chile
AKTUELL: Spendenaufruf vom 04.03.10
Liebe Schwestern und Brüder!
Mit Bestürzung verfolgen wir die Bilder, die uns in diesen Tagen aus Chile erreichen!
Das schwere Erdbeben hat, wie wir inzwischen wissen, auch die evangelischen Gemeinden in Chile schwer getroffen. Besonders verheerend sind die Auswirkungen des Bebens in und um die Stadt Concépción. Zwei Pfarrer berichten:
Héctor Carillo, ehemals Pfarrer in Coronel bei Concepción: „Alicia hat mir per Handy mitgeteilt, dass sie alles verloren haben. Im Pfarrhaus in Coronel ist die Decke eingestürzt. Es gibt keinWasser, kein Licht. Alle haben Angst vor Überfällen und Einbrüchen. Es gibt keine Lebensmittel mehr. Der Supermarkt wurde ausgeraubt und angezündet. Alicia schläft mit den Kindern draußen. Coronel ist isoliert. Nicht einmal die Sicherheitskräfte wagen sich noch dorthin."
Oscar Sanhueza, Pfarrer in Concepción: „Ein Großteil der Stadt ist zerstört. In Chiguayante haben einige Familien Zuflucht in der Kirche gefunden. Sie haben alles verloren. Wie es in Hualpen aussieht, weiß ich noch nicht. Dort ist der Tsunami drübergegangen. Ich schlafe draußen, meine Wohnung ist komplett zerstört. Es beginnt zu regnen. Nach Coronel ist kein Durchkommen. Es gibt kein Wasser und kein Benzin."
Das Gustav-Adolf-Werk e.V. bittet um Spenden für die vom Erdbeben Betroffenen evangelischen Gemeinden in Chile.
Spendenkonto: 22 33 44,
BLZ 850 951 64, LKG Dresden
Kennwort: Chile Erdbebenhilfe.
Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werk e.V.: „Mit diesem Geld soll vor allem die kirchliche Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Die sozialen
Einrichtungen und Kirchen unserer Partnergemeinden müssen funktionieren, damit das Leben weiter gehen kann und die Gemeinden ihre diakonische und seelsorgerliche Arbeit wieder aufnehmen können."
Fürbitte
In diesen Tagen denken wir an die Menschen in Chile. Gott, du weißt um deren Sorgen undÄngste. Wir bitten dich, gib ihnen Hoffnung und Lebensmut in ihrer verzweifelten Lage. Halte deine schützende Hand über sie. Schenke ihnen die Kraft, die sie brauchen, um wieder
aufzubauen, was ihnen die Naturkatastrophe genommen hat. Wir denken an die Menschen, die durch das Erdbeben Angehörige und Freunde verloren haben. Tröste sie und schenke ihnen die Gewissheit, dass du der HERR des Lebens bist.
GAW - Partner evangelischer Minderheiten in der Welt
Ansprechpartner:
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Rundfunkbeauftragter für Privatfunk im Saarland Pfarrer Wolfgang Glitt Talstraße 44 66119 Saarbrücken
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