08. Juni 2026

Neues Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland entsteht bis Ende 2027 in Hilden


Der Baukran ist aufgestellt, nun beginnt sichtbar der Bau des neuen Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Auf einem bisher ungenutzten kircheneigenen Grundstück auf dem Gelände des Evangelischen Schulzentrums Hilden entsteht in den kommenden anderthalb Jahren ein Zweckbau, der alle baulichen und funktionalen Anforderungen an ein modernes Archivgebäude erfüllt.

Mit dem Neubau erweitere das Archiv dringend benötigte Magazinflächen und stelle die erforderlichen Bedingungen für eine dauerhafte Aufbewahrung von Archivgut sicher, sagt Archivleiterin Ilona Schröder. „Schwankende Temperaturen und die besonders in den Sommermonaten hohe Luftfeuchtigkeit gefährden langfristig die Sicherung der (Papier-)Unterlagen. Das ist momentan ein zentrales Problem für uns.“ Zudem erhalte das Archiv endlich funktionale Arbeits- und Nutzungsbereiche. Dadurch erhöhten sich auch die Kapazitäten für externe Nutzerinnen und Nutzer: „Wir können eine adäquatere Betreuung anbieten und verbessern unseren Service für die Öffentlichkeit“, so Schröder.

Nach intensiver Prüfung: Keine Alternative zum Neubau

Ein Umzug des Landeskirchlichen Archivs war unvermeidbar, denn der jetzige Standort, das Haus der Landeskirche in Düsseldorf, wird in voraussichtlich sechs Jahren abgerissen und das Grundstück neu bebaut. Das Landeskirchenamt hatte zunächst nach einer alternativen Lösung für das Archiv gesucht. Aber nachdem weder im Bereich der kirchlichen Liegenschaften noch auf dem freien Immobilienmarkt eine geeignete Immobilie gefunden werden konnte, beschloss die Kirchenleitung Anfang 2025, einen Archivneubau auf dem Gelände des kirchlichen Schulzentrums in Hilden zu errichten.

Zwei Gebäudeteile: Magazin und Verwaltung

Dort entsteht nun ein zweigeschossiges, nicht unterkellertes Archivgebäude in Massivbauweise. Aus Gründen des Brandschutzes wird es in zwei Gebäudeteile getrennt: Archiv-Magazin und Verwaltung. Im Magazinbereich entstehen etwa 10.000 laufende Regalmeter in Rollregalanlagen. Zusätzlich wird ein temperierter Raum für die Lagerung von audiovisuellen Materialien wie Fotos und Filme eingerichtet.

Besucherarbeitsplätze und barrierefreie Nutzung

Die Verwaltung bietet in sieben Büros Platz für acht Mitarbeitende. Des Weiteren entsteht ein Besucherbereich mit Arbeitsplätzen für sechs Personen. Neben Lagerräumen sind unter anderem auch Räume für Quarantäne von Archivalien, mechanische Reinigung und ein funktionaler Ordnungsraum geplant. Im Obergeschoss sind zudem noch ein Besprechungsraum sowie ein Aufenthaltsbereich mit Teeküche vorgesehen. Das Gebäude ist – bis auf die Magazinbereiche und die Räume zur Anlagentechnik – für Besucher und Mitarbeitende barrierefrei nutzbar.

Nachhaltigkeitskriterien werden berücksichtigt

„Die Baumaßnahme berücksichtigt die in unserer Landeskirche üblichen Kriterien zur Nachhaltigkeit und Treibhausgasneutralität“, erklärt Bettina Kaiser, die als Architektin im Landeskirchenamt die Bauplanung verantwortet. „Die Beheizung des Verwaltungsbereichs erfolgt mittels einer Wärmepumpe. Eine PV-Anlage befindet sich auf dem Dach. Alle Baustoffe werden durch ein Planungsbüro für Bauökologie und Nachhaltigkeit geprüft und freigegeben.“ Diesbezüglich erfolgten auch Baustellenkontrollen.

Anfängliche Kosten sind hoch, aber wirtschaftlich sinnvoll

Das neue Archivgebäude soll Ende 2027 fertiggestellt sein. Die Kosten werden etwa zehn Millionen Euro betragen. „Sicherlich sind die anfänglichen Kosten für einen Neubau höher, langfristig betrachtet ist der Neubau aber definitiv wirtschaftlich die sinnvollere Lösung“, sagt Archivleiterin Ilona Schröder. Denn eine effiziente und vorausschauende Bauweise und Gebäudetechnik, geringere Instandhaltungsmaßnahmen sowie optimierte Arbeitsabläufe würden auf Dauer zu Einsparungen führen. „Mit dem Neubau stellen wir nachhaltig die Weichen, um unser historisches Erbe zu sichern und Wissen auch für kommende Generationen zu erhalten“, so Schröder. Damit komme das Landeskirchenamt auch seinem gesetzlich verankerten Auftrag nach.





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